Blauenstein

Die Küche gibt sich nicht mit Regionalem zufrieden, sondern geht auch auf kulinarische Reise und bindet deren Ergebnisse wiederum in die heimische Küche ein. Interessanter Ansatz!

Rohfisch und Reifwein im Blauenstein

Martin Blauensteiner hat eine verhängnisvolle Leidenschaft, an deren Konsequenzen man sich schleunigst gütlich tun sollte. Er ist dem satten Schmelz großer, gut gereifter Weißweine aus seiner näheren Umgebung – und aus richtig guten Jahrgängen – verfallen.

Nachdem der Mann in Krems zu Hause ist, kommt da einiges vom Allerbesten zusammen, was das Land an Grünem Veltliner und Riesling hervorzubringen vermag. Die Preise, von 36 Euro für einen 2005er-GV „Alte Reben“ von Bründlmayer oder 49 Euro für den atemberaubenden 1997er GV Smaragd „Weitenberg“ von Prager sind als großzügige Geste an Gefährten im Geiste zu verstehen.

Wein aus dem Privatkeller

Nachdem das Meiste aus dem Privatkeller des Wirts stammt, sind manche Flaschen Einzelstücke. Blauensteiner weiß aber, wo er Nachschub organisieren kann. Nur damit verschreckte Jungsafttrinker nicht jetzt schon weiterblättern: Die Weinkarte seines eben eröffneten Blauenstein hat auch reichlich unkomplizierten Übermut zu bieten, wenn auch nur von solchen Häusern, die sich das allzu primärfruchtig Bunte von jeher verbieten.

Severin Corti_Rondo_DER STANDARD
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Cortis Restaurantkritik